Leben braucht Kupfer

 

Kupfer ist das älteste Gebrauchsmetall der Menschheit. Vielseitig verwendbar, leicht zu verarbeiten, langlebig, sicher und umweltfreundlich spielt es in fast allen Lebensbereichen eine wesentliche Rolle.

         
         

Geschichte: Sieben Jahrtausende Kupfer

         
Als ältester metallischer Werkstoff wurde Kupfer bereits vor mehr als 7.000 Jahren gefördert, geschmolzen und vielfältig verarbeitet; zum Beispiel zu Werkzeugen, Waffen und Schmuck. Das älteste Kupferrohr der Welt ist schätzungsweise 4.700 Jahre alt und stammt aus Ägypten.
       
Die Ägypter waren vermutlich auch die Ersten, die Kupfer mit anderen Materialien vermischten. Aus Kupfer und Zinn entstand Bronze. Eine ganze Epoche, die Bronzezeit, wurde nach dieser Legierung benannt. Um 1.000 v. Chr. folgte in Europa das Messing (Kupfer und Zink), während die Chinesen bereits Neusilber (Kupfer, Zink und Nickel), Packfong genannt, herstellten und benutzten.
       
Seinen Namen erhielt Kupfer von der Mittelmeerinsel Zypern, die in der Antike Griechenland und Rom mit dem roten Metall versorgte. Die Römer nannten es "aes cyprium" (lateinisch für "Erz aus Zypern"), woraus später der Begriff "cuprum" entstand.
         
  Im heutigen Österreich wurde – vor allem im Salzburger und Tiroler Raum – von zirka 1.200 v. Chr. an Kupfererzbergbau betrieben. In den Ostalpen wurde er nach der Römerzeit wieder eingestellt.
         
 
1463 schuf der bayrische Herzog Ludwig der Reiche eine Kupferhütte im damals noch zu Bayern gehörenden Tiroler Dorf Brixlegg. Unter anderem wurden von dort aus Wien, Mailand und Venedig mit Münzblättern sowie Hammer- und Walzware beliefert. Im frühen 20. Jahrhunderts erfolgte die Umstellung der Kupferhütte auf die Rückgewinnung von Kupfer mittels Recycling.
         
1904 gründete Georg Adam Scheid im niederösterreichischen Industrieort Amstetten ein bis heute bestehendes Werk zur Erzeugung von Rohren und Stangen aus Kupfer und Kupferlegierungen. Der letzte heimische Kupferbergbaubetrieb in Mitterberg wurde 1977 aus Rentabilitätsgründen eingestellt.
         
Die wichtigsten Kupferbergbaugebiete sind heute sind Zaire, Sambia, die Westküste Südamerikas, Mexiko, der Südwesten der USA, das Nordamerikanische Seengebiet, Kanada, Kasachstan und Usbekistan. Über nennenswerte Lagerstätten verfügen auch China und Australien sowie in Europa Polen und das ehemalige Jugoslawien.
         
Die heute bekannten Kupferreserven betragen 470 Millionen Tonnen. Man kann also davon ausgehen, dass Neu-Kupfer auch in Zukunft in ausreichenden Mengen zur Verfügung stehen wird – ganz abgesehen vom Recyclingmaterial.
       
       

Kunst und Architektur: Von Natur aus schön und dekorativ

         
Kupfer ist – außer Gold – das einzige farbige Metall. Bildende Künstler aller Epochen schätzten es wegen seiner natürlichen Schönheit und des mannigfaltigen Farbenspiels seiner Legierungen, das von silberweiß über messinggelb bis hin zu braun und dunkelrot schimmernd reicht.
         
Auch heute noch inspiriert Kupfer zahlreiche Maler, Bildhauer und Architekten zur schöpferischen Gestaltung. Heimische Meister wie Gottfried Kumpf und Alfred Hrdlicka verwenden es ebenso für ihre Arbeiten wie die jungen Recycling-Avandgardisten am Londoner Camden-Town-Markt.
         
Als natürlicher und umweltfreundlicher Bauwerkstoff harmonisiert Kupfer hervorragend mit anderen Materialien. Im Lauf der Zeit umgibt es sich, mit einer schönen, beständigen, grünen Patina und wird daher gerne für Dächer und Hausfassaden verwendet.
         
Ein Paradebeispiel für den Einsatz von Kupfer im Hochbau ist die New Yorker Freiheitsstatue. Insgesamt 225 Tonnen Kupfer wurden dafür verarbeitet.
       
Zu den bekanntesten österreichischen Objekten mit wesentlichen Elementen aus Kupfer zählen die Kirche Sankt Leopold am Steinhof und das Haus Steiner von Adolf Loos in Wien.
         
Heute liegt Kupfer als Design-Element im Wohnbereich im Trend. Besonders beliebt sind optisch attraktiv aufputzverlegte Wasserleitungen, dekorative Wandheizungen und die gefällige Einbindung von Solaranlagen in die Architektur.
     
     
     
     
     

Wirtschaft und Technik: Vielseitigkeit, die sich auszahlt

         
Kupfer ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in der metallverarbeitenden Industrie. Es wird als Börsemetall in London und New York gehandelt.
         
In Deutschland und Österreich werden jährlich mehr als eineinhalb Millionen Tonnen Kupfer verarbeitet – hauptsächlich in der Elektrobranche, der Maschinenindustrie und der Bauwirtschaft mit dem Installationsbereich.
         
Nach dem wesentlich teureren Silber besitzt Kupfer die höchste elektrische Leitfähigkeit. Die Nutzung elektrischer und elektronischer Anwendungen ist ohne Kupferdraht kaum denkbar. In der Informationstechnologie werden milliardenfach Bauteile aus Kupfer eingesetzt: In jedem Mikroprozessor, in jedem Notebook und in jedem Mobiltelefon sind sie enthalten.
         
In Kühlschränken, Klimageräten, Heizungen, Wärmetauschern und Solaranlagen sorgt Kupfer dafür, dass möglichst wenig Energie verloren geht. Die Automobilindustrie verwendet es für Bremsleitungen, Kühler und andere Fahrzeugteile. Ein Pkw enthält im Durchschnitt zehn bis zwanzig Kilogramm Kupfer.
         
Auch in der Weltraumtechnik wird Kupfer eingesetzt: So besteht der innere Mantel der Brennkammern der Ariane-5-Triebwerke aus einer Kupfer-Silber-Zirkoniumlegierung. Darin sind 230 Kühlkanäle eingefräst, durch die während des Starts flüssiger Wasserstoff als Kühlmittel läuft. Im Satellitenbau sind Kupferlegierungen Standardwerkstoffe für tragende Strukturen.
       
In der Haustechnik dominiert Kupfer als Gas-, Wasser- und Heizungsrohr mit über 60 Prozent Marktanteil vor anderen Materialien wie Kunststoff und Stahl. Allein im deutschsprachigen Raum wurden zuletzt mehr als 90 Millionen Meter Kupferrohr pro Jahr verlegt – das entspricht einer etwa zweimal um den Äquator reichenden Leitung.
         
Um ihre Marktposition zu festigen haben führende europäische Kupferrohrhersteller mit Unterstützung der "International Copper Association" (ICA), des "International Wrought Copper Council" (IWCC), der "European Fittings Manufacturers Association" (EFMA) und dem "European Copper Institute" (ECI) eine Gemeinschaftsaktion, die "European Copper Plumbing Promotion Campaign" (ECPPC) ins Leben gerufen. Ihr Ziel ist die sachgerechte Information über den Einsatz von Kupfer in der Hausinstallation. Heimischer Partner ist das Österreichische Kupferinstitut.
   
     

Natur und Gesundheit: Natürlich Kupfer

           
In der festen Erdkruste kommen pro Tonne durchschnittlich 55 Gramm Kupfer vor. Nirgendwo auf der Welt gibt es einen Boden, der nicht zumindest geringe Konzentrationen des roten Metalls enthält.
           
Als essenzielles Spurenelement ist Kupfer an vielen natürlichen Stoffwechselvorgängen beteiligt. Höhere Pflanzen und Tiere benötigen es für ihr gesundes Wachstum und ihre Fortpflanzung. Auf Mikroorganismen wie Bakterien, Keime und Algen hingegen können bereits kleinste Konzentrationen von freien Kupferionen schädlich wirken. Deshalb wird das Metall bevorzugt als Rohrwerkstoff für Trinkwasserleitungen. eingesetzt.
           
  Der menschliche Organismus braucht täglich eineinhalb bis drei Milligramm Kupfer, die er über eine normale, ausgewogene Ernährung zu sich nimmt. Gute Kupferlieferanten sind beispielsweise Obst, Gemüse, Fisch, Meeresfrüchte, Geflügel, Schweine- und Rindfleisch, Vollkornbrot, Kartoffeln, Nüsse, Haferflocken, Weizenkleie und Schokolade.
   
Kupfer stärkt unsere Immunabwehr und ist notwendig für die Aufnahme von Eisen und Vitamin C. Unentbehrlich für die Funktion bestimmter Proteine und Enzyme wirkt es bei der biologischen Energiegewinnung der Körperzellen mit. Es hilft bei der Bildung des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin und übernimmt wesentliche Funktionen im Stoffwechsel der Knochen und des zentralen Nervensystems. Kupferhaltige Pigmente sorgen für schöne Haut- und Haarfarbe.
       
Bei Diäten, in der Schwangerschaft oder bei Frühgeburten kann es zu Kupfermangel kommen. Kupfermangel vermindert die Fähigkeit des Körpers, Mikroorganismen abzutöten. Er kann die Gefäßverkalkung fördern und die Knochenbildung sowie das Wachstum stören.
     
Damit bestimmte gesundheitserhaltende Enzyme im Körper freigesetzt werden können, muss Kupfer immer im Gleichgewicht mit einem anderen metallischen Spurenelement, dem Zink, sein. Vor allem in der Grippezeit wird Zink oft zur Vorbeugung gegen Schnupfen verabreicht. Nimmt man zuviel davon, vermindert sich das Kupfer im Körper. Deshalb sollte man immer prüfen, ob in den eingenommenen Medikamenten auch Kupfer enthalten ist und andernfalls den Mangel ausgleichen.
     
     

Haushalt und Küche: Seit Generationen bewährt

         
Die Küchen unserer Vorfahren glänzten nur so vor Kupfer. Bekanntlich brühten ja bereits die alten Gallier ihr Süppchen im Kupferkessel. Innen verzinnt oder versilbert hat sich das kupferne Kochgeschirr wegen seiner günstigen thermischen Eigenschaften in Gaststätten und Großküchen bis heute gehalten. Im Haushalt wird es indessen vornehmlich aufgrund seiner dekorativen Wirkung benutzt.
         
Aus der Bierbrauerei ist Kupfer bis heute ebensowenig wegzudenken wie aus der Zuckerwarenerzeugung und aus Käsereibetrieben.
       
Studien zeigen, dass sich Krankheitserreger auf Kupfer deutlich geringer vermehren als auf anderen Werkstoffen. Da Bakterien auf dem roten Metall nicht leben können, sind aus der Kupfer-Zink-Legierung Messing gefertigte Türklinken immer hygienisch rein. Selbst wenn sie täglich von Tausenden Händen berührt würden, bräuchten sie nicht gereinigt zu werden.
         
Auch dort, wo es im Verborgenen glänzt, hat sich Kupfer bewährt: Unter Putz verlegte Heizungs- und Trinkwasserleitungen sind die unsichtbaren Lebensadern jedes Haushalts. Sind sie aus Kupfer, können Sie sich besonders sicher fühlen; denn Kupferrohre und deren Verbindungsstücke können weder schmelzen noch brennen. Bei einem Haus- oder Wohnungsbrand geben sie keine toxischen Gase ab. Aus diesen Gründen ist Kupfer auch das bevorzugte Material für Feuer-Sprinkleranlagen.
   
     

Trinkwasser: Perfekter Schutz für unser wertvollstes Lebensmittel

         
Gesundes Trinkwasser ist unser wertvollstes Lebensmittel. Wie jedes andere Lebensmittel kann es aber auch verderben, das heißt, durch bakterielle oder chemische Einflüsse an Qualität einbüßen. Um das zu verhindern, muss das Leitungssystem wie eine perfekte Lebensmittelverpackung funktionieren. Es darf seinen Inhalt nicht verändern und muss ihn gegen Verunreinigungen schützen.
       
Kupferrohre erfüllen diese Aufgabe nachweislich am besten; krankheitserregende Legionellen und Kolibakterien finden hier – anders als bei vielen Kunststoffsystemen – kaum Boden zur Vermehrung. Der Grund: Kupfer hemmt das Wachstum und die Vermehrung von Bakterien. Hermetisch dicht schützen Kupferrohre auch vor Hygieneproblemen, die von außen kommen. Schädliche Keime können ebensowenig eindringen wie Sauerstoff.
         
In Altbauten findet man – obwohl seit rund 30 Jahren verboten – vereinzelt immer noch Trinkwasserrohre aus Blei. Blei ist ein giftiges Element, das sich im Wasser anreichert, die Nerven schädigt und bei Kleinkindern die geistige Entwicklung beeinträchtigen kann. Wenn Sie vermuten, dass bei Ihnen noch Bleileitungen im Haus liegen, lassen Sie Ihr Wasser untersuchen und den Bleigehalt überprüfen.